Falballa

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Stars auf Twitch

HILFE! Promis greifen Twitch an! Es werden immer mehr! Bald übernehmen sie ALLES! SIE KLAUEN UNSERE SUBS!

Twitch Stars

Ok, jetzt mal ehrlich – are you guys kidding me? Ja, in den letzten Wochen haben sich einige Prominente auf die Plattform verlaufen. Schon vor der Gamescom haben Kollegah und Bushido ihren Weg auf die Plattform gefunden. Aische Pervers streamt bereits seit Monaten auf Twitch. Doch – warum rasten alle so aus?

Wer ist eigentlich da und warum?

Einmal von Anfang an: Vor einigen Monaten munkelte man, dass Kollegah auf Twitch streamt und schnell hatte es sich bestätigt. Und genauso schnell hat auch keiner mehr drüber geredet. Kurz vor der Gamescom wurde dann bekannt, dass Bushido auf der Plattform streamen möchte und alle wurden ganz wuschig! Ja, Bushido ist ein bekannter Musiker, und ja er hat eine Vergangenheit – so wie du und ich. UND – er ist seit Jahren bekennender Gamer. Auf der Gamescom haben Bushido und Kollegah sich auch blicken lassen und teilweise sogar auf der Twitchbühne Interviews gegeben.

Bei Bushido waren diejenigen sehr laut, die sagten: Was will den so einer auf der Plattform? Hat der nicht schon genug Geld? Was für Leute wird er mitbringen, die wollen wir hier nicht haben!” – Und wer bist du, um  für ganz Twitch zu reden? Und warum wird ein einzelner Gamer ausgeschlossen, anstatt ihn sich erst einmal anzuschauen. Ich hab in seinen ersten Stream reingeschaut und *Surprise* – er sitzt auf seinem Stuhl, an seinem Schreibtisch und redet. Und das sogar ganz normal. Ja erschreckend ich weiß, damit hat keiner gerechnet. Und auch sein Chat war …. böses Wort folgt…. normal! SKANDAL!

Im September hat Lena Meyer-Landrut angekündigt, dass sie aufgeregt sei, weil sie zukünftig auch auf Twitch streamen möchte und öffentlich dazu aufgerufen ihr bei allem zu helfen. Mehrmals musste ich lesen “Na, steht ein neues Album an? Brauchst du wieder Promo um aus der Irrelevanz zu kommen?” Und dann hat letzte Woche Mesut Özil auf Twitter angekündigt, dass Twitch ihm seinen Account eingerichtet hat und er streamen wird. Und einen Tag später hat er dies bereits in die Tat umgesetzt. Auch hier habe ich reingeschaut und Twitter verfolgt. “Haha, war so klar das er das nicht hinbekommt, lächerlich” (sinngemäß) las ich von einem anderen Twitchpartner. Die Situation rund um Özil ist etwas angespannter, denn bereits nach seinem Ankündigungstweet brannte sein Chat – mit türkischen Sätzen, ausländerfeindlichen Sprüchen und Hetze. Und auch in seinem ersten Stream war ziemlich viel Chaos. Er hatte technische Probleme, war mit einem Chat mit rund ~29.000 Zuschauern im Durchschnitt überfordert und zumindest als ich reinschaute sehr ruhig. Nicht der beste Start, aber hey – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Gerade in diesem Fall hätte ich mir von Twitch mehr Unterstützung gewünscht. Wenn sie so bekannte Personen auf die Plattform holen, muss das Onboarding besser klappen.

Doch, was stört die Leute jetzt eigentlich daran, das “solche” Leute auf die Plattform finden?

Stars Skandale

Sind es die Skandale, die einige hinter sich haben? “Skandal-Rapper” und posieren mit Erdogan? Ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass das der Grund ist. Wir alle machen Fehler, einige mehr andere weniger – aber am Ende ist es ein Image, das aufgebaut wird. Ein Fehler, den man gemacht hat. Auf der Plattform sollte das aber nicht immer zwingend eine Rolle spielen. Wir alle sind hier, weil wir Gamer oder Künstler (oder anderes) sind, und wollen unterhalten. Warum spricht man ihnen ab, die gleichen Absichten zu haben? Warum lässt man ihnen nicht die Chance sich zu beweisen?

Oder ist es Missgunst? Diese Promis, die in ihrem Hauptjob bereits Millionen verdient haben kommen jetzt auf Twitch und klauen uns Subs und Donations und ziehen den armen, kleinen Kindern das Geld aus der Tasche! Echt jetzt? Nur fürs Protokoll: Weder Bushido noch Mesut Özil haben Donation Buttons unter dem Stream. Und doch stört es Leute, dass sie sich bereichern könnten. Ganz ehrlich, selbst wenn es für die Jungs und Mädels nur Business ist – so what? Ist es das nicht auch für jeden Vollzeitstreamer? Und ist es verwerflich wenn ein Geschäftsmann Geschäfte macht?

Twitch möchte wachsen

Im Endeffekt ist es so, dass ich davon ausgehe, dass Twitch mit diesen Leuten eine Kooperation gestartet hat und somit die Plattform und ihre Reichweite ausbauen möchte. Und das ist vollkommen legitim. Neue, bekannte Leute auf Twitch bedeuten nicht den Untergang. Natürlich kann man sich fragen, warum wurden diese Personen ausgewählt? Vielleicht, weil man bei ihnen weiß, dass sie bereits Gamer sind und zumindest in der Thematik irgendwie dabei sind. Und wenn ein Mesut Özil in seinem ersten Stream zu Spitzenzeit über 30.000 Zuschauer hat, dann kann das auch was Gutes sein. Vielleicht haben 20.000 davon (ok, vielleicht ein bisschen übertrieben) noch nie etwas von der Plattform gehört. Vielleicht schauen diese Menschen sich auch anderes auf der Plattform an, lernen sie kennen und entdecken dich und mich. Vielleicht. Natürlich werden nicht alle bleiben, aber das ist auch utopisch. Mit den neuen Kategorien möchte Twitch mehr Leute ansprechen und sucht sich jetzt Partner, die ihnen zu mehr Reichweite verhelfen – so läuft das Business.

Im Stream kam heute das Thema auf, dass es “unfair” sei, dass diese Personen direkt 20.000 Follower haben, während andere dafür Monate oder Jahre streamen müssen und diese Reichweite nicht verdient sei. Aber warum? Klar haben sie keine Streamer-Karriere aus dem Bilderbuch hingelegt, aber sie haben in einem anderen Bereich ihre Community und Fans aufgebaut und dafür gearbeitet. Ansonsten müsste man auch allen Youtubern den Zutritt verwehren und sagen: Sorry, Gronkh & Unge, aber auf dieser Plattform ist leider kein Platz für euch.

Bevor dieser ganze Stuss los geht, und man sich beschwert, sollte man ihnen eine Chance geben. Vielleicht haben sie ja Spaß und werden Teil der Twitch Community? Und was sagt es über die Twitch-Zuschauer aus, wenn sie sich so vehement gegen “neue” Leute stellen? Was für einen Eindruck macht das denn auf diejenigen, die die Plattform gerade erst kennenlernen.

Lasst die Leute streamen. Lasst Twitch diese Kooperationen. Fundierte Kritik ist vollkommen legitim, aber diese bashing ist absolut Fehl am Platz. Ihr könnt persönlich von jedem halten was ihr wollt, aber macht es wie bei anderen Streamern, schaltet nicht ein, gebt keine Aufmerksamkeit und gut ist.

Ich für meinen war am Anfang auch skeptisch und hab mir die Sache einfach angeschaut. Jetzt begrüße ich die Neuen auf der Plattform! Habt Spaß an der Sache, macht euer Ding – und wenn ihr Hilfe braucht, fragt die Community!

 

 

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Mi-Mi-Mittwoch | ZEIT

  1. Harald

    Tja mein Problem sind nicht dir Leute, sondern die durchschnittliche Fanbase.

    Ja nicht alle sind Idioten, aber auf das Publikum dass ich auf einem Kollegah Konzert sehe ist für mich keine Bereicherung und die will ich nich in meinem Chat

    • Harald

      Grammatik … Uff … Bin wohl noch betrunken

    • Falballa

      Hm, aber vielleicht denken sie das Gleiche über dich. Veränderung ist immer ein bisschen Glück, in welche Richtung es geht. Und ich finde es ok, es zu beobachten, Bedenken zu haben und kritisch zu sein. Nicht ok finde ich den Hate der einfach aus Prinzip besteht.

  2. DerZinni

    Ein guter Artikel.
    Ich finde halt auch, man sollte erst urteilen, wenn man sich ein Bild gemacht hat. Das habe ich getan und bei Bushido und Özil sieht man direkt, dass sie auch Zocker sind und nicht zum ersten mal die Spiele spielen, die sie spielen. Auch wenn Özil etwas verunsichert war und technisch noch nicht so zurecht kam, muss man ihm auch Respekt aussprechen, denn ich kenne kaum Streamer, die dreisprachig streamen (Deutsch, Englisch, Türkisch). Und zudem: Wer bin ich denn, um darüber urteilen zu können, wer auf Twitch streamen darf und wer nicht.

    Bei Kollegah sieht man jedoch, dass er keine Ahnung von der Thematik hat und es wahrscheinlich nur ein ähnlicher Promo-Move, wie zuletzt auf YouTube war (der, ehrlich gesagt, nicht schlecht war). Aber wie gesagt: Das ist nicht verboten und sollte ihm auch niemand verbieten.

    Klar werden aus der deren Communities auch ein paar schwarze Schafe auf die Plattform gelockt, doch die gibt es in jeder Community und wenn wir ehrlich sind, gab es diese sexistischen Idioten, vor denen alle Angst haben, schon vorher. Wenn die TOS durchgesetzt werden, werden solche Leute aber auch schnell die Lust an der Plattform verlieren oder entsprechend erzogen werden.

    Wenn man alles Neue mehr als Chance sieht, statt es zu verteufeln, schläft man ruhiger und stößt auch weniger Menschen vor den Kopf. Weil ich kann mir vorstellen, dass auch die neuen Streamer die ganzen Artikel und Kommentare lesen und dann würde mir persönlich schon die Lust vergehen mich in die Community einzubringen und nicht nur mein eigenes Ding zu machen.

  3. ZaphoodB

    Wieder mal ein schöner Blog.

    Von mir aus kann Streamen wer will… wenn er denn auch Content bringt.

    Habe eben extra nochmal bei den reingeschaut und muss sagen, war doch positiv überrascht was Bushido und Özil betrifft. Klar bei Özil merkt man, er ist kein Redner, aber er war “im Game drin”. Leider waren es mit WoW und Fortnite beides nicht meine Games… aber was solls.

    Wo ich dir zustimmen muss, wenn es mehr Promo als wirklich “Stramerkarriere” war, hätte dort mehr Unterstützung sein können, was Chat und Technik angeht… auch wenn das Özil eher sympatischer gemacht hat.

    Ein Punkt hatte ich garnicht auf dem Plan.. was für eine Art Zuschauer sie mitbringen. Ich bin Jahrelang auf YT und Twitch unterwegs und was ich da schon erlebt habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass das schlimmer werden kann.

  4. Pabumake

    Also ich hab mir die Herren aus dem Rap Business angeschaut und kann nur sagen:
    Bushido ist ein Gamer und er macht nach der kurzen Zeit auf der er auf Twitch ist einen angenehmen eindruck. Das er ganz normal WoW Spielt und Raidet und dabei sich auch noch mit dem Chat unterhält zeigt schon sehr, das er einfach Gamer aus Leidenschaft ist und das nicht für´s Geld macht. Klar hat er sein neues Album damit noch ein bisschen Promoted aber dafür nutzt doch jeder Streamer der das Hauptberuflich macht die Plattform um für sich oder seine Produkte ( Merch, YouTube Channels etc. ) zu werben.
    Was ist also daran so verwerflich das jetzt auch die großen sich dazu bekennen zu Zocken und dabei eine neue art der Kommunikation mit Ihren Fans zu suchen? Wir sollten froh sein, weil wir für die Gaming-Industrie vielleicht so doch schneller die Branche an den Kunst Status führen können was in Deutschland immer noch nicht geschehen ist. Bis jetzt sind Leute die Zocken immer noch an das alte System geknüpft der Nerds die nur im Keller sitzten und sich von Energy und Pizza ernähren, dabei ungepflegt etc sind… Vielleicht ist das die Chance dass wir Gamer endlich dieses Bild loswerden.
    PS: Sehr toller Artikel 🙂

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